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Sonntag, 28. Dezember 2014

BREMSENTECHNIK DR 650

Im Kapitel "Bremsentechnik" haben wir Tipps zu folgenden Themen zusammengetragen:

Bremsleitungen - Stahlflexleitungen
Bremsscheiben
Bremsbeläge
Bremssattel Reparatur


Bremsleitungen - Stahlflexleitungen 

Für die DR 650 unterscheiden wir folgende Leitungstypen:
SP46 und DR600 DAKAR vorn parallel zum linken Gabelholm verlegt - original
SP41/42/43/44/45 vorn Gummi - Stahl - Gummi "zick-zack" verlegt - original
SP 41/42/43/44/45 vorn parallel zum linken Gabelholm verlegt - Tuning by HRT- siehe Text!
SP 41-46 alle hinten  - original

Während es zu der hinteren Leitung nichts entscheidendes zu sagen gibt (weil gut verlegt), gibt es für die verschiedene Leitungsführung am Vorderrad immer wieder Erklärungsbedarf

Zunächst allgemeine Hinweise:  Da die letzte DR 650 spätestens 1999 bei uns neu verkauft wurde, ist selbst in diesem Fall die Original-Gummileitung der Vorder- und Hinterradbremse (zumindest laut Wartungshandbuch) austauschreif. Auch wenn man das vorgeschriebene Serviceintervall um das Doppelte ausdehnt, sind die meisten DR-Fahrer leider mit zu alten Bremsleitungen unterwegs. Natürlich werden diese Leitungen u. U. auch längere Zeit halten, trotzdem sollte sich Jeder überlegen, ob er nicht zunächst in ein sicherheitsrelevantes Bauteil investieren möchte. Wenn ein Bremsleitungswechsel ansteht, sollte man sich in jedem Fall für eine Stahlflexbremsleitung entscheiden. Durch die Teflon-Innenhülle und das Stahl-Außengeflecht bieten diese Leitungen eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer, vertragen sich gut mit Bremsflüssigkeiten vom Typ DOT 4 (Serienausstattung) und DOT 5.1 (gleiche Basis wie DOT 4, aber erhöhter Siedepunkt) und sehen zudem ziemlich schick aus. Das Angebot an Bremsleitungen aus dem Zubehör ist nahezu unübersehbar. Trotzdem verschiedene Bremsleitungen mit ABE angeboten werden (so auch unsere im DR BIG SHOP!), ist es wichtig zu wissen, ob eine Anbauabnahme (Prüfung durch einen Sachverständigen) erfolgen muss. Auskunft darüber gibt das ABE Dokument.

Obwohl die meisten Zubehöranbieter eine Unterscheidung der Baujahre vornehmen, ist die Leitungslänge zumeist gleich. Das hat zur Folge, dass die Bremsleitungen bei der SP 41/42/43/44/45 duch die "Zick-Zack-Verlegung" bedingt, vorn viel zu lang sind. Wir haben bei unseren Lieferanten die Leitungslängen entsprechend anpassen lassen und liefern wohl als Einzige die optimalen Leitungslängen. Während die Leitungen hinten aller Modelle und die vorn der SP46 wie das original verlegt werden (vorn parallel zum linken Gabelholm), gibt’s zur Leitung vorn für die SP 41/42/43/44/45 Modelle ein paar Spezialtipps: 
Im Gegensatz zum x-mal zusammengestückelte Originalteil (Gummi-Stahlrohr-Gummi) besteht unsere Stahlflex vorn aus einem Schlauch. Weniger Dichtungen, weniger Verbindungen und damit weniger Fehlerquellen sind der entscheidende Vorteil. Trotzdem muss die Stahlflexleitung auf dem gleichen Weg wie das original zum Bremssattel verlegt werden. Suzuki hat sich nämlich dabei etwas gedacht – korrektes Einknicken beim Einfedern ohne hängen zubleiben ist das Geheimnis! Unter der unteren Gabelbrücke sollte man den Schlauch auf jeden Fall  noch einmal mit einem Kabelbinder fixieren, so dass der Verlauf dem Original entspricht. Trotzdem muss man in jedem Fall die Freigängigkeit und die ausreichende Leitungslänge Kontrollieren!!! Dazu das Bike auf den Hauptständer (wenn vorhanden) , oder auf eine Kiste stellen. bei ganz ausgefederter Gabel darf der Schlauch nicht! straff sein und keine scharfen Knicke haben. Dann noch einmal die Freigängigkeit überprüfen, wenn die Gabel voll einfedert, am besten mit Hilfe eines guten schweren Freundes ;-)… Die Leitung darf auch bei voll eingefederter Gabel an keinem Bauteil hängenbleiben! Dann nur noch die Bremsflüssigkeit rein, gut entlüften ( das heißt auch möglichst keine Schlaufen legen , die höher als der Ausgleichsbehälter sind weil sich dort besonders gut Luftblasen bilden können!) und los...erstmal vorsichtig natürlich ...
ACHTUNG: Die Leitung der SP 41/44/45 wurde nur aus Gründen der Gleichteile- Philosophie von Suzuki genauso verlegt wie die der verkleideten Modelle. Wer mit seiner SP 41/44/45 öfter im Gelände unterwegs ist (gilt natürlich auch für SP42/43 Fahrer!), sollte lieber eine Leitung nutzen, die wie bei SP46 parallel zum linken Gabelholm nach oben geht, weil diese Führung beim stärkeren Einfedern die Leitung schont und ein zu starkes einknicken derselben verhindert! Wenn Ihr eine solche Leitung nutzen wollt, könnt ihr diese im www.dr-big-shop.de bestellen, indem Ihr die Stahlflexleitung "Endurostyle"bestellt. Natürlich muss diese Leitung auch geführt werden. Zwei "Schlaufen", jeweils mit den Klemmschrauben der Gabelbrücken oben und unten befestigt (ist auch bei der SR 42 im Original so gelöst!) , halten die Leitung dann korrekt. P.S. Diese "Schlaufen sind bei uns meist gebraucht für ca 5.00 Euro zu haben

Bremsscheiben

Für die DR 650 unterscheiden wir folgende Bremsscheiben: 

280mm vorn für die SP 41/42, starre Bremsscheibe mit 4 Anschlussschrauben

300mm vorn für die SP 43/44/45, starre Bremsscheibe mit 6 Anschlussschrauben

250mm hinten für SP41-45 , starre Scheibe mit 6 Anschlussschrauben

296 mm vorn für alle SP 46 (gleich Freewind) 
240mm hinten für alle SP 46 (gleich Freewind) 
(Die SP 46 Modelle haben komplett andere Durchmesser der Bremsscheiben.)

Bei der Herstellung der Bremsscheiben für die Suzuki-DR-Modelle muss Suzuki ein besonders billiges Material gefunden haben. Nicht anders ist zu erklären, dass fast jede Bremsscheibe nach ca. 40.000 km so eingelaufen ist, dass die Verschleißgrenze (steht auf der Scheibe) deutlich unterschritten wird. Originale Suzukischeiben sind übrigens nicht an einem Stempel oder Kenn-Nummer identifizierbar, zugelassene Zubehörscheiben dagegen unbedingt!
Auch bei Bremsscheiben haben diverse Zubehöranbieter Alternativen im Angebot:

Die wohl beste Materialqualität bieten die France-Equipment (FE)-Bremsscheiben. Sie rosten nicht und bieten im Verbund mit den Sinterbremsbelägen eine wesentlich bessere Bremswirkung und ein besseres Verschleißverhalten als das Original. Die FE-Bremsscheiben werden mit ABE ausgeliefert. 


Eine günstigere Alternative sind die von EBC angebotenen Bremsscheiben. Sie erreichen bei weiten nicht die FEQ Qualität in Bezug auf Passform, Haltbarkeit und rosten zudem recht schnell.

Lucas hat ebenfalls Bremsscheiben mit ABE im Angebot, wobei ich persönlich die Qualität im Vergleich mit den o.g. Marken nicht so gut bewerten kann. Weitere Zubehöranbieter wie z.B. Galfer oder Motomaster bieten ebenfalls Bremsscheiben an, diese sind im unteren Preissegment, meist ohne ABE und in der Qualität noch schlechter als das Original.


TuningTIPP für SP43/44/45: Wer seine Bremse vorn beim Strasseneinsatz - sei es bei Passabfahrten  oder im Supermototrimm - öfter mal an die Grenze bringt, kann diese mit wenig Aufwand deutlich verbessern! Einfach auf die von uns angebotene schwimmende Bremsscheibe vorn  - am besten noch im Verbund mit Stahlflex und Sinterklötzen aufrüsten. Das Ergebnis ist ein 1A Druckpunkt, erheblich bessere Bremsleistung und Temperaturstabilität! Fehlt dann eigentlich nur noch unser Gabelstabilisator, dann ist das Bremsenfeeling perfekt ...  :-)

Bremsbeläge

Für die DR650 Modelle gibt es abhängig vom Baujahr verschiedene Belagtypen:

SP 41-45 vorn
SP 41 hinten (Bremsbacken für Trommelbremse)
SP 41-45 hinten
SP 46 vorn
SR 46 hinten vom Baujahr abhängig - nachsehen einer oder 2 Befestigungsbolzen?!?!


Obwohl die meisten DR-Fahrer mit den Original-Suzuki-Bremsbelägen sehr zufrieden sind (Ansprechverhalten, Lebensdauer), kauft der überwiegende Teil, meist wegen des Preises, Bremsbeläge im Zubehör.
Nicht nur diverse Motorradtests, auch die Erfahrung der BIG-Fahrer gibt den Hausmarken von Louis, Polo und Co. keine guten Noten. Markenbeläge von Lucas, EBC und Ferodo sind insgesamt eine gute Alternative, unterscheiden sich aber in Ihrer Qualität abhängig von der Materialstruktur.
Grundsätzlich muss man bei Bremsbelägen zwischen den organischen und den Sinterbelägen unterscheiden. Sinterbeläge haben allgemein einen härteren Druckpunkt, ein besseres Temperaturverhalten (weniger Fading bei hohen Temperaturen) und eine längere Lebensdauer. Dafür kosten sie im Schnitt bis zu 1/3 mehr als vergleichbare organische Beläge. Die Orginal-Suzuki-Bremsscheiben sind zudem gegenüber Sinterbelägen bestimmter Hersteller besonders empfindlich. So berichteten einige DR-Fahrer von extrem hohem Verschleiß und Riefenbildung bei Brembo-Sinterbelägen. Für Geländeeinsätze sind die Sinterbeläge für ausschließlich die Hinterradbremse meist auch zu griffig, so dass bei glattem Untergrund das Rad schneller zum Blockieren gebracht wird.

Der Tipp lautet also: Sinterbeläge vorn sind immer eine gute Alternative (wir empfehlen passend zu unseren FEQ Bremsscheiben die AP Racing Bremsbeläge), Sinterbeläge hinten für den Straßenbetrieb und organische Beläge für den Offroadeinsatz.

Wer über den Luxus eines zweiten Radsatzes für Offroad-Touren verfügt, sollte sich in jedem Fall für diesen Radsatz ein zweites Paar Bremsbeläge dazukaufen. Durch die verschiedenen Oberflächen der Bremsscheiben würden sich andernfalls die Bremsbeläge immer wieder neu einschleifen müssen, was zu erhöhtem Verschleiß führt. Außerdem ist für die Dauer des Anpassens der neuen Bremsbeläge keine volle Bremsleistung zu erwarten. Bremsbeläge benötigen je nach Fahrstil und Bremseneinsatz bis zu 500 km, um optimal an der Scheibe anzuliegen

Bremssattel- Probleme und Überholung

Die Fehlerquelle Nummer eins bei einem "weichen Bremsdruck" sind :
Schwergängige Bremskolben! Diese bleiben in ihrer Position kleben und führen bei schrittweise abgenutzten Bremsbelägen zu einem vergrößerten Luftspalt zwischen Belag und Scheibe. Dadurch muss der Fahrer viel Hebelweg aufwenden, um die Beläge überhaupt an die Scheibe zu bringen, ein sehr später, teigiger Druckpunkt ist die Folge.
Winterfahrer werden dieses Problem öfter, viel-km-DR´s wahrscheinlich und Baujahre vor 1993 ganz sicher haben. Hier hilft nur eine gründliche Überholung. Dazu müssen die Bremskolben aus dem Bremssattel entfernt werden. 
Das Zerlegen funktioniert am besten mit demontierter Bremszange und Klötzen, indem man den Druck der Bremsflüssigkeit nutzt, um beide Kolben gleichmäßig aus den Sitzen zu drücken. (Gleichmäßig! , wenn einer raus ist, hat man Pech :-)...  Danach müssen die Kolben begutachtet werden, sind diese noch mit feiner Polierpaste wieder auf Hochglanz zu bringen, benötigt man nur die Gummidichtungen. Je Kolben ist ein Ring mit viereckigem Querschnitt und eine Dichtlippe verbaut, diese sind unbedingt wieder in der originalen Reihenfolge einzusetzen (Dichtlippe außen!!). Die Sitze der Dichtringe im Bremssattel sind meist duch Schmutz und Salz stark verunreinigt. Sie müssen mit einem nicht zu harten Kratzer möglichst blank geputzt werden. Der Zusammenbau der Kolben sollte mit ATE-Blaupaste, einem speziellen Fett für Bremskolben, erfolgen, um ein optimales Gleiten der noch neuen Gummiringe auf dem Kolben zu ermöglichen. Anschließend muss natürlich die gesamte Bremsanlage neu befüllt und entlüftet werden.
Im www.dr-big-shop.de unter Bremsentechnik findet sich für jede Zange der passende Deckel - ähm..Kolben oder auch Dichtsatz. Um Kosten zu sparen würde ich immer zunächst den Sattel zerlegen und die Kolben hinsichtlich der Wiederverwendbarkeit prüfen. Bei gut erhaltenen Kolben reicht immer ein Dichtsatz. Dichtsätze empfehle ich immer paarweise bzw. gemeinsam in einer Zange zu wechseln. Andernfalls könnten sich die Kolben unterschiedlich in der Zange bewegen und ein ungleichmäßiges Verschleißen der Beläge wäre die Folge!

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