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Sonntag, 28. Dezember 2014

Fahrwerk TECHNIK TIPPS

Die originalen Federbein- und Gabelfedern der DR Modelle, und besonders die der DR 650 SE / SP 46 sind sehr weich abgestimmt und außerdem nicht ausreichend progressiv in ihrer Kennlinie. Das führt bei voller Beladung im ungünstigen Fall sogar zum Durchschlagen von Gabel und Federbein. 
Beim Einsatz von größeren Tanks an der DR 650 ist eine härtere Feder grundsätzlich ratsam!

Besonders Gabelfedern führen ein schweres Leben: Die Aufgabe der Gabelfedern, zunächst weich anzusprechen und mit zunehmender Belastung nicht durchzuschlagen, ist mit den originalen linearen Federn kaum zu lösen. Zudem verlieren sie mit der Zeit ihre Kraft und Spannung. Hier bieten die progressiven Gabelfedern von Wirth seit vielen Jahren bewährte Abhilfe:
- dank progressiv härterer Gabelfedern höhere Belastbarkeit
- weniger Bremstauchen - keine Schwammigkeit
- kein Durchblasen der Simmerringe mehr - besseres Ansprechen
- idealer Ersatz für erschlaffte Originalfedern
- mit ausführlicher Anleitung und mit Gutachten

Deswegen mein Tipp: Optimiert das Fahrverhalten der BIG durch den Austausch der Original-Federn. Progressive härtere Federn sorgen für ein direkteres Fahrgefühl mit mehr Reserven bei sportlicher Fahrweise und hoher Zuladung.
Um beste Ergebnisse zu erzielen, sollte man dabei gleich das Gabelöl erneuern, ich empfehle Gabelöl Putoline HPX10


Im DR BIG SHOP bieten wir für die DR 650 Federn an, welche zusammen mit dem passenden Gabelöl und Ölmenge individuell auf den Fahrer und Fahrstil abgestimmt sind.

Anleitung Überholung Telegabel / Austausch Gabelfedern
Die professionellste Methode, eine Telegabel zu überholen, ist natürlich selbige komplett zu zerlegen. Achtung! Dazu werden aber diverse Spezialwerkzeuge und besonders auch Kenntnisse benötigt. Die Sechskantschraube am unteren Ende des Gabelholms ist KEINE Ölablaßschraube!

Um die Gabelfedern auszutauschen und eine einfache Reinigung der Gabelholme vorzunehmen (besonders wichtig beim Einfüllen von frischem Gabelöl), muss man lediglich die obere Verschlußschraube des Gabelholms öffnen. Beim Ölwechsel muss man allerdings doch die Gabelholme komplett ausbauen. Oft ist die obere Verschlußschraube sehr fest. Wenn man den Gabelholm ausgebaut hat, hat man keinen vernünftigen Gegenhalt und so ist es beinahe unmöglich, die Schraube zu lösen (NIEMALS den Gabelholm in einen Schraubstock einspannen!!!). Zum Lösen der oberen Verschlußschraube geht man wie folgt vor: Zunächst Schrauben der oberen Gabelbrücke lösen. Die Klemmung der oberen Gabelbrücke ist auch dafür verantwortlich, dass das Gewinde der Verschlußschraube zusätzlich zusammengedrückt wird. Die untere Gabelbrücke wird noch nicht gelöst, sie gibt den Gegenhalt, wenn man nun mit einem Ringschlüssel (die Verschlußschraube ist aus Alu und empfindlich!) die Verschlußschraube öffnet. Nach dem Abnehmen der Verschlußschraube können die Gabelfedern nach oben herausgezogen werden, ggf. ist dazu der Lenker zu demontieren. Wer zusätzlich einen Ölwechsel vornehmen will, muss nun die Gabelholme komplett ausbauen.

Eine einfache und auch für Nicht-Profis geeignete Methode ist, die ausgebauten und nicht zerlegten Gabelholme vorher gründlich mit Petroleum zu reinigen, um alle Verschmutzungen auch vollständig auszuspülen. Dazu so oft frisches Spülmittel einfüllen, bis wirklich alle Verschmutzungen ausgespült sind. Am besten, die Holme umgedreht über Nacht austropfen lassen. Bitte kein Benzin ohne ähnliche aggressive Spülmittel verwenden. Diese greifen die Dichtringe an und Reste der Spülmittel in den Gabelholmen können das frische Gabelöl ggf. sogar zerstören.

Die kompliziertere, aber auch die professionelle Methode! ist, den Gabelholm zu zerlegen. Dazu wird nach SUZUKI Handbuch ein Spezialwerkzeug (Stecknuss) benötigt, welches das Dämpferrohr beim Lösen der Innensechskantschraube unten am Gabelholm gegenhält.
Nun geht es an die Reinigung des zerlegten Gabelholmes: dazu müssen ALLE Teile komplett auseinandergenommen, gereinigt und werden.
INFO

Ohne Stecknuss gehts ebenfalls -mit einem einfachen Trick!
Deckel Gabelholm öffen, Öl auskippen und danach Feder und Hülse wieder einstecken. Deckel wieder aufschrauben und den entleerten Gabelholm umdrehen. Untere Innensechskantschraube mit Hilfe eines Schlagschraubers lösen - dabei auf den Gabelholm Druck ausüben. Auf diese Weise verklemmt sich (ohne zerstörerische Folgen!) das Innenleben der Gabel etwas, und die Innensechskantschraube kann ohne Gegenhalter komplett gelöst werden!

Die Infos dazu schreiben wir schnellstmöglich HIER rein :-)

Nachdem die Gabelholme gereinigt sind, kann man frisches Gabelöl (Empfehlung: Putoline HPX10) einfüllen. Dabei ist es wichtig, die Ölmenge = LUFTKAMMER genau einzustellen!! Entscheidend für den Füllstand ist immer die Luftkammer, die Ölmenge dient nur zur Orientierung. Die Luftkammer wird bei ausgebauter Feder bei zusammengeschobener Gabel zwischen Oberkante Öl und Oberkante Gabel gemessen.

INFO
SP 41- 45: Federhub Telegabel 240mm
                 Federhub Hinterrad 220mm 
Luftkammer Telegabel - Standard Set Up - 164mm (ca. 536ml Füllmenge)

SP 46: Federhub Telegabel 260mm / niedriges Fahrwerk 220mm 
          (eingestellt nur durch Buchsen in der Gabel!)
        Federhub Hinterrad 260mm / niedriges Fahrwerk 220mm 
          (eingestellt durch Bolzen Federbein unten!)
Luftkammer Telegabel - Standard Set Up - 164mm /niedriges Fahrwerk 150mm (ca. 563ml Füllmenge)

Das bedeutet, dass man bei einem Ölwechsel bei allen Modellen zwei Liter Gabelöl ordern muss.

Feintuning:
Das Standard Setup ist bei jeder DR bezüglich der Federrate und der Luftkammer  ab Werk zu weich  abgestimmt!
Je nach Körpergewicht und Einsatzbereich sollte man bei mir ein spezielles Setup (Luftkammer und Gabelfeder) erfragen. Natürlich erfolgt die Einteilung das nicht in 100-Gramm-Schritten, aber ein 60kg Fahrer ist nun mal immer leichter als ein 100kg Pilot...egal ob mit oder ohne Rucksack... :-)

Achtung! Selbst wenn man keinen Ölwechsel vorhat, sollte man nach dem Ausbau der Gabelfedern die Luftkammer überprüfen und ggf. korrigieren. 

Nachdem in jedem Fall die Luftkammer überprüft wurde, kann nun die neue Gabelfeder eingesetzt werden. Die Feder wird mit dem enger gewickelten Windungen nach oben in den auseinandergezogenen Gabelholm eingesetzt. Im Orginal verwendete Buchsen oder Hülsen sind dann wieder zu nutzen, wenn die Feder "zu kurz" ist. Feder bzw. Feder und Hülse sollten max. 1,5 cm länger als der auseinandergezogene Gabelholm sein. 

Die Feder darf auf keinen Fall im auseinandergezogenen Gabelholm klappern bzw. nicht mehr als o. g. Maß zusammengedrückt werden. Wenn die Feder mehr zusammengedrückt wird, erhöht sich automatisch die Vorspannung und die Gabel wird vom Ansprechverhalten so hart, dass sie bei kleinen Bodenwellen nicht anspricht - UNFALLGEFAHR!
Die 15mm Vorspannung sind ein erster Anhaltspunkt. Entscheidend ist, dass durch die Vorspannung der Feder die Gabel mit Fahrer ca. 35-45 mm eintaucht, entsprechend dazu müssen bei genauer Einstellung die Hülsen gekürzt werden. ACHTUNG vor dem Ausmessen jedesmal die Gabel mehrfach eintauchen und Ausfedern lassen, um genaue Messwerte zu erreichen.  Macht Euch die Arbeit, es lohnt sich! :-)
Wer überhaupt nicht klar kommt beim Einbau der Federn, vor dem ersten Abflug per Telefon oder Mail Infos einholen!

Beim Anziehen der Verschlußschraube ist das zulässige Anzugsmoment zu beachten, erst danach wird die Klemmung der oberen Gabelbrücke angezogen.

Anleitung Überholung Federnbein / Austausch Monofeder Federbein

Anleitung Überholung Federnbein / Austausch Feder
Die originale Feder (hinten) der DR 650 (besonders die der Modelle ab 1996 / SP46) sind viel zu weich abgestimmt. Das führt bei voller Beladung im ungünstigen Fall sogar zum Durchschlagen des Federbeins. Die weiche Feder ist allerdings nicht gleichzusetzen mit einen defekten Dämpfer. 

Wenn man die Feder austauschen möchte, sollte allerdings der Dämpfer noch i.O. sein. Eine einfache Diagnose über den Zustand des Dämpfers kann man nach Ausbau des Federbeines und nach der Demontage der Feder vornehmen. Dabei schiebt bzw. zieht man die Dämpferstange jeweils zum Anschlag. Ist über den gesamten Weg ein Widerstand vorhanden, ist die grundsätzliche Funktion des Dämpfers gewährleistet. Sicherlich könnte die Dämpfereinheit, die bei Suzuki nicht bei allen Dämpfern reparabel, da nicht demontierbar ist, in ihrer Wirkung nachgelassen haben. Das lässt sich aber nur über einen speziellen Prüfstand feststellen und ist eher selten der Fall. Meist offenbart sich ein defekter Dämpfer dadurch, dass man beim Ziehen/Schieben der Dämpferstange teilweise keinen Widerstand spürt. Dieser Dämpfer ist defekt und muss ausgetauscht werden. Im Fahrbetrieb macht sich ein defekter Dämpfer dadurch bemerkbar, dass das Motorrrad nach jeder Bodenwelle mit dem Heck heftig noch oben "schnappt". 
ACHTUNG! Beim testen des Dämpfers diesen in Einbaulage halten, andernfalls kommt Luft ins System, was zu falschen Schlußfolgerungen führen kann!
Der Dämpfer aller SP46 Modelle ist in jedem Fall zu reparieren und oft besser als Zubehörteile ohne Ausgleichsbehälter. Wenn der Dämpfer der SP41-45 zu reparieren ist, kann dieser dort aufgeschraubt werden, wo die Kolbenstange herauskommt (Schraubdeckel)

Ist trotz intakter Dämpfereinheit das Motorrad beim Einfedern das Heck ständig fast am Ende des Federweges oder gar auf Block, dann macht eine härtere Feder Sinn, besonders auch bei öfteren Fahren mit Gepäck oder/und Sozius. 

ACHTUNG Die Feder vorspannen erhöht NICHT! die Federrate und damit Federhärte - das Motorrad verändert nur seine Fahrlage! (Bedeutet steht auch bei Belastung höher) Das Einfedern wird durch die Vorspannung nicht geringer!!!

Der Einbau bei allen SP41-SP45 Modellen ist einfach:
Zunächst das Motorrad so aufbocken, dass das Hinterrad entlastet ist, aber gerade noch auf dem Boden aufliegt. Die Hinterradfederung ist damit entlastet und eine einfache Demontage gewährleistet. 

Federbein ausbauen, dazu Schraube mit Mutter oben Nähe Luftfilterkasten mit Hilfe von zwei Stecknüssen und Verlängerung lösen und herausnehmen. Die untere Federbeinschraube im sog. "Knochen" = Umlenkhebel auf gleiche Weise herausnehmen. Das Federbein liegt nun locker in den Aufnahmen. Allein die Umlenkhebel verhindern, dass man es nach unten herausziehen kann. Deswegen am "Knochen" noch die längste Schraube lösen und diesen dann nach vorn bzw. unten wegklappen. Federbein nun nach unten herausziehen. 

Die Demontage der Feder erfolgt, nachdem man die beiden gegeneinander gekonterten Einstellringe gelöst und nach oben weggeschraubt hat. ACHTUNG! Die Einstellringe bitte nicht mit scharfem Werkzeug lösen! Der Fachmann nutzt dazu Hakenschlüssel. Durch das Entspannen der Feder über die Einstellringe wird kein Federspanner o. ä. Hilfswerkzeug benötigt. Die locker auf dem Dämpfer sitzende Feder wird entfernt und die Austauschfeder eingesetzt. Mit Hilfe der Einstellringe wird die Feder ca. 1,5 cm vorgespannt, eine genaue Einstellung kann erst nach dem Einbau in das Fahrgestell erfolgen. Federbein in umgekehrter Reihenfolge wieder montieren und nun zur Einstellung der Federvorspannung die Einstellringe entsprechend nach oben bzw. unten drehen. 

Die Einstellung des Negativfederweges sollte so erfolgen, dass das Heck mit Fahrer belastet nicht mehr als 1/3 des Gesamtfederweges, also max 70 mm (Gesamtfederweg DR 650 hinten 220 mm - 1/3 = 70 mm einfedert. 
Zum ermitteln des korrekten Negativfederweges das Federbein nicht festschrauben, so kann man zum nachstellen der Ringmuttern das Federbein wieder schnell herausnehmen. Und wehe ich erwische einen, der da mit Meißel und Hammer arbeitet! ;-)

Der Einbau bei allen SP46 Modellen ist - nicht ganz so einfach ... 
(aber das kann jeder schaffen)
Zunächst das Motorrad so aufbocken, dass das Hinterrad entlastet ist, aber gerade noch auf dem Boden aufliegt. Die Hinterradfederung ist damit entlastet und eine einfache Demontage gewährleistet. 

Federbein ausbauen, dazu Schraube mit Mutter oben Nähe Luftfilterkasten mit Hilfe von zwei Stecknüssen und Verlängerung lösen und herausnehmen. Die untere Federbeinschraube im sog. "Knochen" = Umlenkhebel auf gleiche Weise herausnehmen. Das Federbein liegt nun locker in den Aufnahmen.
Leider verhindert der Ausgleichsbehälter, dass das Federbein nach unten herausgezogen werden kann - es muss nach OBEN raus! Herzliches Beileid - du musst Batteriekasten und Luftfilterkasten ausbauen. Es gibt keine Alternative.

Die Demontage der Feder erfolgt, nachdem man die beiden gegeneinander gekonterten Einstellringe gelöst und nach oben weggeschraubt hat. ACHTUNG! Die Einstellringe bitte nicht mit scharfem Werkzeug lösen! Der Fachmann nutzt dazu Hakenschlüssel. Durch das Entspannen der Feder über die Einstellringe wird kein Federspanner o. ä. Hilfswerkzeug benötigt. Die locker auf dem Dämpfer sitzende Feder wird entfernt indem diese nach oben geschoben wird und die untere, geschlitzte Aufnahme seitlich herausgenommen wird. Nun alter Feder nach unten herausziehen und die Austauschfeder einsetzen. Mit Hilfe der Einstellringe wird die Feder ca. 1,5 cm vorgespannt, eine genaue Einstellung kann erst nach dem Einbau in das Fahrgestell erfolgen. Federbein in umgekehrter Reihenfolge wieder montieren und nun zur Einstellung der Federvorspannung die Einstellringe entsprechend nach oben bzw. unten drehen. 

Die Einstellung des Negativfederweges sollte so erfolgen, dass das Heck mit Fahrer belastet nicht mehr als 1/3 des Gesamtfederweges, also max 70 mm (Gesamtfederweg DR 650 hinten 260(bzw.220 mm) - 1/3 = 70(60)mm einfedert. 
Zum ermitteln des korrekten Negativfederweges das Federbein festschrauben, aber noch keinen Batterie- und Luftfilterkasten einbauen. So kann man zum nachstellen der Ringmuttern das Federbein gut erreichen. Und wehe ich erwische einen, der da mit Meißel und Hammer arbeitet! ;-)

ACHTUNG Die Feder vorspannen erhöht NICHT! die Federrate und damit Federhärte - das Motorrad verändert nur seine Fahrlage! (Bedeutet steht auch bei Belastung höher) Das Einfedern unter Last wird durch die Vorspannung nicht geringer!!!

ACHTUNG! Der Wunsch nach mehr Bodenfreiheit kann nicht über eine wesentliche Reduzierung des Negativfederweges erfolgen! Es entstehen sonst die gleichen Probleme, welche schon bei der Telegabel genannt wurden: bei zu wenig Negativfederweg springt das Motorrad über kleine Bodenwellen und der Fahrbahnkontakt geht verloren. UNFALLGEFAHR 

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